Die Zofe und die Lady BDSM Sexgeschichte

Die Zofe und die Lady BDSM Sexgeschichte

Kaum hatte die Zofe, die Tür hinter sich geschlossen, als Lady Isobel die Beine wieder aus dem Bett schwang. Mit nackten Füßen fuhr sie in ihre Fellpantoffeln. Die Kälte des Steinfußbodens drang trotzdem an ihre Fußsohlen, als sie zur Tür huschte und ihr Ohr gegen das Holz presste. Es war nichts zu hören.
Vorsichtshalber wartete Lady Isobel einen Augenblick, bevor sie aus einer Truhe einen vorbereiteten Kleiderbeutel nahm und ein einfaches dunkles Gewand über ihr Nachthemd zog. Sie steckte die Haare hoch, fuhr in Schuhe und Strümpfe und schlich aus ihrem Zimmer. Der Flur war menschenleer. Nur eine brennende Fackel steckte in einem eisernen Wandhalter und warf Isobels Schatten an die Wand.
In Augenhöhe drückte Isobel auf den dritten Stein rechts von ihrer Tür. Als nichts geschah runzelten sie die Stirn und versuchte es dann mit einem Stein eine Reihe tiefer. Mit einem schabenden Geräusch öffnete sich eine Luke in der Wand. Ein Geheimgang, den Isobel als Kind entdeckt und von dem sie nie gedacht hatte, dass er ihr einmal so nützlich werden würde, wie heute Nacht. Wenn ihr strenger Vater wüsste, was sich direkt neben ihrem Zimmer verbarg? Isobel entzündete eine Fackel, die sie letzte Nacht auf der Geheimtreppe bereit gelegt hatte, an der im Flur und huschte in den Gang. Mit dem gleichen schabenden Geräusch schloss sich die Wand wieder hinter ihr.
An den Steinwänden glänzte feuchtes Moos und Schimmel. Normalerweise hätte sich Isobel davor geekelt und sorgsam darauf geachtet, ihr Kleid nicht zu beschmutzen, heute war es ihr egal. Diese Nacht war die letzte Chance für sie und Adrian, denn morgen sollte sie den sehr viel älteren Graf von Bedwyck heiraten.

Ungesehen hatte Isobel den verabredeten Ort erreicht. An einen Baumstamm gelehnt wartete sie auf das Geräusch eines herannahenden Reiters, auf ihren Geliebten Adrian, den jüngsten Sohn des Baron Hasting. Gemeinsam wollten sie nach Liverpool fliehen und von dort aus in die neue Welt. Ihr Vater hatte von einer Verbindung mit Adrian nichts hören wollen, da er als jüngerer Sohn bestenfalls auf eine Offizierslaufbahn hoffen konnte. Das war ihm für seine einzige Tochter nicht gut genug. Lieber Graf Bedwyck, der beinahe so alt war wie ihr Vater. Innerlich schüttelte sie sich bei dem Gedanken daran, dass sich die Lippen des Grafen auf ihre pressten.
Hoffentlich kam Adrian bald? Diesen Ort hatte er bei ihrem letzten heimlichen Treffen genannt. Oder war es ein anderer gewesen? Er sollte längst hier sein. Isobel fühlte wie ihr das Blut ins Gesicht schoss. Wenn Adrian nun …
„Nein, nein, das ist die richtige Stelle“, beruhigte sie sich, aber ihre Finger krampften sich fester um ihren Beutel.
Jemand zupfte an ihrem Ärmel. Adrian! Er hatte sich angeschlichen. Das sah ihm ähnlich. Erleichtert drehte sich Isobel um, aber da war niemand. Erst als sie nach unten schaute, bemerkt sie einen Jungen. Mit ausgefranstem Hemd und einer ebensolchen Hose bekleidet stand er vor ihr. Einen Arm hatte er schützend vors Gesicht gehoben, als fürchtete er Schläge.
Noch bevor sie etwas sagen konnte, wisperte er: „Komm mit, Lady. Sir Adrian.“ Er zog wieder an ihrem Ärmel.
Adrian hatte den Jungen geschickt. Isobel ließ sich mitziehen. Sie hatte zu viel damit zu tun, nicht zu stolpern, als dass sie darauf achten konnte, wohin der Kleine sie führte.
Erst als sie stehen blieben, erkannte Isobel im Mondlicht die Umrisse eines niedrigen Bauerhauses. Durch eine mit Säcken verhangenen Öffnung drang Lichtschein. Auf dem Hof stank es nach Unrat. Sie hielt sich die Nase zu.
In der Hütte stank es noch schlimmer und alles war so voller Rauch, dass ihre Augen zu tränen begannen. In einer Ecke sah sie die Umrisse eines Bettes, auf dem jemand lag. Davor hatte eine andere Gestalt auf einem Schemel gesessen. Bei Isobels Eintritt hatte sie sich erhoben und stand jetzt vor ihr.
„Lady Isobel?“ Die krächzende Stimme einer alten Frau.
Langsam gewöhnten sich ihre Augen an den Rauch und sie erkannte, dass die Frau vor ihr nicht so alt war, wie ihre Stimme vermuten ließ. Tatsächlich mochte sie nur wenige Jahre älter sein als Isobel, aber schütteres Haar hing ihr strähnig über die Schultern und hätte dringend eine Wäsche gebraucht. Kein Vergleich mit ihren eigenen seidigen, blonden Locken. Was hatte Adrian nur mit diesen Leuten zu schaffen?
„Sir Adrian Hasting?“
Die Bauersfrau trat zur Seite und gab dem Blick auf die auf dem Bett liegende Gestalt frei.
Adrian! Isobel flog an seine Seite, ließ sich auf die Knie nieder und nahm die Hand ihres Geliebten. Seine Haut war weiß, kalt und schweißfeucht, sein ebenmäßiges Gesicht eingefallen, die Augen lagen tief in den Höhlen und waren geschlossen. Er sah aus wie … wie … Sie wagte es nicht zu denken.
„Adrian!“ Tränen sammelten sich in ihren Augen. Sie schluchzte auf.
Der Klang ihrer Stimme ließ Adrian mühsam die Augen öffnen. Schwach erwiderten seine Finger den Druck ihrer Hand.
„Isobel, Geliebte.“
„Was ist passiert?“
„Ein Überfall. Gar nicht weit von hier. Es waren vier …“ Der Rest des Satzes ging in einem Hustenanfall unter.
„Wir wollten doch nach Liverpool und in die neue Welt.“
Der Hustenafall war vorüber und Adrian lag wieder mit geschlossenen Augen auf dem Bett.
„Der geht nirgendwo mehr hin“, mischte sich die Bauersfrau ein. Sie schlug die Bettdecke zurück. Adrians Hemd war über dem Bauch eine einzige blutige Masse. Entsetzt schlug Isobel die Hand vor den Mund. Aber das war noch nicht alles. Die Bauersfrau zog die Fetzen des Hemdes beiseite und brachte darunter einen blutgetränkten Lappen zum Vorschein. Nachdem sie diesen auch entfernt hatte, musste Isobel die Augen schließen, weil sie den grässlichen Anblick der zerfetzten Bauchdecke nicht ertragen konnte.
„Wegelagerer. Ein Wunder, dass er noch lebt, Lady. Der Wunsch, Euch noch einmal zu sehen, muss ihn am Leben erhalten haben.“
„Du meinst …“ Sie konnte es nicht aussprechen, nicht einmal denken.
Die Bauersfrau schüttelte den Kopf. „Der beste Arzt könnte nichts mehr tun. Wir können nur noch beten, um seinen Weg zu erleichtern“, sagte sie leise in Isobels Ohr. „Geht wieder nach Hause Mylady, Ihr könnt nichts tun.“
„Lass mich bei ihm bleiben?“
„Wenn Ihr wollt.“
Isobel saß an Adrians Bett, hielt seine Hand und wischte ihn hin und wieder mit einem feuchten Lumpen über die schweißnasse Stirn. Ihr Liebster lag reglos auf der Pritsche, nur hin und wieder verriet ihr der schwache Druck seiner Finger, dass er noch lebte. Sie fürchtete den Augenblick, in dem es selbst diese schwache Bewegung nicht mehr geben würde. Sie betete für sein Seelenheil, aber immer wieder erstickte der Schmerz ihre leise Stimme. Zu dem Schmerz gesellte sich Wut auf ihren Vater, denn es wäre seine Aufgabe gewesen, die Gegend von Wegelagerern zu säubern. Wenn er sich mehr darum gekümmert hätte, statt Graf Bedwyck zu umgarnen. Als hätten sich die beiden gegen ihre und Adrians Liebe verschworen.
„Isobel“, erklangt schwach Adrians Stimme.
„Liebster.“ Sie beugte sich dichter an sein Ohr.
„Es geht zu Ende. Ich weiß es. Du musst mir was versprechen.“ Zwischen den einzelnen Sätzen musste er lange Pausen machen, um überhaupt noch die Kraft zum Sprechen aufzubringen.
„Was du willst, Geliebter. Sprich nicht vom Ende. Wir werden zusammen die neue Welt sehen.“ Isobel versuchte ihre Stimme fest klingen zu lassen.
„Vergiss mich nicht, Isobel.“
„Ich werde nie einen anderen lieben als dich.“
„Ich will …“ seine Stimme wurde leiser, „… glücklich wirst.“
„Nur mit dir kann ich glücklich sein.“ Ihre Lippen streiften seine Schläfe und küssten die Augenlider.
Seine Finger in ihrer Hand erschlafften. Es war vorbei!
Mit einem Aufschrei warf sie sich über den Geliebten und ließ den Tränen freien Lauf.
Die Nacht wich bereits der Dämmerung, als Isobel mit der Bauersfrau vor dem Haus stand.
„Welcher Weg führt nach Liverpool?“, fragte sie.
„Liverpool?“
„Eine große Hafenstadt.“
Die Bauersfrau zuckte mit den Achseln. „Kenne ich nicht, Lady Isobel.
Müde nahm Isobel ihr Bündel und machte sich auf den Weg – zurück zur Burg ihres Vaters.

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